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Unsere 5 Whisky-Empfehlungen für kalte Wintertage vor dem Kamin

Vor allem im Winter laesst sich schottischer Whisky am besten geniessen.Ein Urlaub in den schottischen Highlands ist auch im Winter reizvoll.Auch in der Nebensaison ist eine Reise nach Schottland empfehlenswert.

Hier ist sie: die Zeit, wo der Regen gegen die Fenster trommelt und am Morgen Eiskristalle hinterlässt, heisse Badewannen mehr als einmal pro Woche unsere Badezimmer eindampfen und im Kamin die Holzscheite böllern. Wir drehen unser Heizungen hoch und beziehen am Abend Quartier auf dem heimischen Sofa. Es ist jene Zeit der heimischen Behaglichkeit, wo der Genuss von schottischem Whisky zu seiner wahren Entfaltung kommt. Und damit Sie sich nicht mit irgendeinem Whisky befrieden müssen, haben wir unsere Top 5 Whisky-Empfehlungen für die Adventszeit und kalte Wintertage aufgelistet. Falls Sie im Anschluss daran verführt sind, werfen Sie doch mal einen Blick auf unsere geführten Whiskyreisen nach Schottland, die in kleinen Liebhaber-Gruppen stattfinden und von Whisky-fachkundigen Reiseleitern begleitet werden.

Aberlour A’ Bunadh

Dieser stark nach Sherry schmeckende Whisky ist “cask-strength” (Fasstärke) und füllt mit seiner Süsse den gesamten Mund aus. Während man mit warmen Wollsocken die Füsse in Richtung Ofen ausstreckt, machen sich auf dem Gaumen Nuancen von “Christmas cake” (eine britische Spezialität zu Weihnachten) mit in Whisky eingelegten Rosinen, Orangenschalen und Schokolade breit. Aberlour bezeichnet den A’ Bunadh als “old school whisky” ohne Altersangabe, dafür aber mit einer deutlichen Stärke. Daher auch der Name, der aus dem Gälischen kommt und sich mit Herkunft (“origin”) übersetzen laesst. Gereift in ehemaligen Oloroso-Fässern kann dieser 60-Prozenter ruhig ein paar Tropfen Wasser vertragen. Ein preiswerter Genuss, der sich verdientermaßen als Nummer Eins unter den sherrylastigen Fassstärken bezeichnen laesst.

Laphroaig 10 Cask Strength

Der Laphroaig 10 ist nach wie vor eine der besten Standard-Abfüllungen mit 40%, die man finden kann – reichhaltig und aromatisch, wenn auch nicht nach Jedermanns Geschmack. Wer einen Tropfen probiert, darf sich auf eine regelrechte Geschmacksexplosion gefasst machen: Jod, Meersalz und ein erdiger Akzent, der an sandigen Machair (Gälisch für einen fruchtbaren, küstennahen Boden im Nordwesten Schottlands) oder rauchige Asche erinnert. Machen Sie es sich mit einem Dram neben dem knisternden Torffeuer gemütlich – alternativ neben einer Torf-Räucherkerze – und dieser Whisky wird sein ganzes Winterpotential entfalten!

Glendronach Parliament 21 yo

Für die vielen Liebhabern von sherrylastigem Whisky hat Glendronach mittlerweile Macallan als verlässlichen Qualitäts-Malt abgelöst. Diese Kreation mag einer der Gründe sein, wieso viele von uns die sympathische Destille in Aberdeenshire so schätzen. Mit 48% ist der Parliament ein Verschnitt aus Oloroso und Pedro Ximenez Fässern und verkauft sich – angesichts seiner Reife und Qualität – mit etwa £100 für einen angemessenen Preis. Waldbeeren lassen sich ebenso erschmecken wie Karamell und Ahornsirup. Feiner im Geschmack als der A’ Bunadh, ist dieser Whisky den besonderen Gelegenheiten vorbehalten. Wenig verwunderlich also, dass er es 2017 unter die 10 besten Whiskys des berühmten Edinburgher Whisky Fringe geschafft hat.

Port Charlotte 2007 CC:01

Dieser Whisky ist nur in Duty-Free-Shops erhältlich, also Augen auf am Flug- oder Fährhafen! Wer sie noch nicht kennt: Port Charlotte ist die torfige Kreation der Bruichladdich Destille auf Islay. Sie wird als “küstennah und torflastig” beschrieben und wird diesem Ruf in jeder Hinsicht gerecht. Für das gewisse Extra sorgt die Reifung in ehemaligen Cognac-Fässern. Stellen Sie sich also ein Torffeuer an den mit Seetang übersäten Ufern von Loch Indaal vor, wo zufälligerweise jemand etwas braunen Zucker und Rosinen verloren hat. Gehaltvoll und stark. Mit 57,8% können ein paar Tropfen Wasser nicht schaden. Dieser Whisky schmeckt am besten nach einem würzigen Kebab auf dem Weihnachtsmarkt.

Springbank 12

Winter ist die Jahreszeit, um Gutes zu tun. Die Besitzer von Springbank hingegen tun das ganze Jahr über Gutes. Als unabhängige Destille in einer Region mit wenigen Verdienstmöglichkeiten sind sie ein lokaler Arbeitgeber und bezahlen ein angemessenes Gehalt. Auch findet der gesamte Herstellungsprozess vom Mälzen bis zur Abfüllung vor Ort statt. Und der Whisky ist auch noch verdammt gut. Während der Standard-Springbank 10 Jahre alt ist und mit 46% abgefüllt wird, ist dieser hier zwei Jahre als und mit 54% deutlich stärker. Er kombiniert einen 60% erstbefüllten Sherry mit den überresten vom Zweitbefüllten. Torfig im Geschmack, aber gleichzeitig sehr voll und rund. Sogar die Fassstärke schmeichelt der Zunge noch. Orangenmarmelade, Karamell und etwas Dunstiges – vielleicht ein regennasser Wald oder alte ledergebundene Bücher? Eine Meeresbrise? Ein exzellenter Whisky und mit £50 oder weniger zu einem exzellenten Preis.

Textbeitrag: Seonaidh Adams @MacNaBracha. Übersetzt von Hannah Grimmel.