Schottland gehört zu den Reisezielen, die man nicht einfach “abhakt”. Die Landschaften verändern sich ständig, hinter jeder Kurve wartet ein neuer Ausblick und selbst kurze Fahrstrecken werden schnell zu kleinen Entdeckungsreisen. Wer zum ersten Mal nach Schottland reist, steht allerdings oft vor einer schwierigen Frage: Welche Route ist die richtige?
Viele Reiseführer versuchen, möglichst viele Sehenswürdigkeiten in möglichst kurzer Zeit unterzubringen. Das Ergebnis sind häufig Tagesetappen von vier bis sechs Stunden im Auto – und am Ende bleibt kaum Zeit, die Orte wirklich zu erleben.
Mit 14 Tagen steht Ihnen dagegen ausreichend Zeit zur Verfügung, um die bekanntesten Regionen Schottlands kennenzulernen, ohne jeden Tag nur unterwegs zu sein. Die folgende Route verbindet berühmte Highlights mit landschaftlich besonders schönen Strecken und lässt genügend Freiraum für spontane Stopps.
Warum sind 14 Tage ideal für eine Schottland Rundreise?
Schottland wirkt auf der Landkarte kleiner, als es tatsächlich ist. Besonders in den Highlands sorgen kurvenreiche Straßen, Schafe auf der Fahrbahn oder Fotostopps dafür, dass man deutlich langsamer vorankommt als erwartet.
Eine zweiwöchige Rundreise bietet deshalb mehrere Vorteile:
- genügend Zeit für Edinburgh und die Highlands
- entspannte Fahrtage ohne Zeitdruck
- Möglichkeit für Wanderungen und Bootsfahrten
- weniger Hotelwechsel
- mehr Flexibilität bei schlechtem Wetter
Natürlich könnte man dieselbe Route auch in zehn Tagen fahren – allerdings wäre sie deutlich hektischer.
Tag 1–2: Edinburgh entdecken
Für viele beginnt die Reise in Edinburgh – und das aus gutem Grund. Die schottische Hauptstadt verbindet Geschichte, Kultur und modernes Stadtleben auf einzigartige Weise.
Zu den Höhepunkten gehören die Royal Mile mit Edinburgh Castle und dem Holyrood Palace, der Blick vom Calton Hill, ein Spaziergang durch Dean Village, ein Bummel auf Victoria Street und, wenn das Wetter mitspielt, eine Wanderung auf Arthur’s Seat.
Für Edinburgh empfehlen sich mindestens zwei Übernachtungen. Wer nur einen Tag einplant, muss viele Sehenswürdigkeiten auslassen.
Tag 3: Durch den Cairngorms National Park
Nach dem Stadtbesuch beginnt die eigentliche Rundreise. Die Fahrt führt Richtung Norden durch den Cairngorms National Park, den größten Nationalpark Großbritanniens.
Unterwegs bieten sich Stopps an im Städtchen Pitlochry, Blair Atholl, dem Queen’s View, ein Besuch beim Highland Folk Museum oder Bummel in Aviemore. Gerade Erstbesucher erleben hier oft zum ersten Mal die typisch schottischen Highlands mit Heideflächen, Bergen und weitläufigen Wäldern.
Tag 4–5: Inverness und Loch Ness
Die Region rund um Loch Ness gehört selbstverständlich zu jeder ersten Schottlandreise.
Natürlich hoffen viele Besucher auf “Nessie” – die eigentliche Attraktion ist jedoch die beeindruckende Landschaft.
Empfehlenswerte Stopps sind Inverness, Urquhart Castle, Fort Augustus sowie Culloden Battlefield und Clava Cairns. Von hier lassen sich auch Bootstouren auf Loch Ness unternehmen oder ein Ausflug auf die Black Isle.
Tag 6–7: Die Isle of Skye
Für viele ist Skye der landschaftliche Höhepunkt einer Schottlandreise.
Hier wechseln sich schroffe Berge, Wasserfälle, Küstenstraßen und kleine Fischerdörfer ab.
Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten zählen die Trotternish Halbinsel mit dem Old Man of Storr, Quiraing, Kilt Rock und Neist Point Lighthouse, sowie das Fairy Glen, die Fairy Pools und das Örtchen Portree.
Wer gerne fotografiert oder wandert, sollte mindestens zwei Nächte auf Skye verbringen.
Wichtiger Hinweis:
Skye gehört inzwischen zu den beliebtesten Regionen Schottlands. Besonders zwischen Mai und September können Straßen, Parkplätze und Aussichtspunkte gut besucht sein. Früh morgens oder am Abend erlebt man viele Orte deutlich ruhiger.
Tag 8: Über Glen Shiel nach Fort William
Bereits die Fahrt von Skye Richtung Fort William zählt zu den schönsten Straßen Schottlands.
Unterwegs warten das Eilean Donan Castle, die Five Sisters of Kintail Bergkette, Loch Cluanie und Glen Shiel. Je nach Zeit lohnt sich ein kurzer Spaziergang oder ein Halt an einem der zahlreichen Aussichtspunkte.
Tag 9: Glen Coe
Viele Besucher nennen Glen Coe als den eindrucksvollsten Ort ihrer gesamten Reise.
Das Tal beeindruckt mit seinen steilen Bergflanken, Wasserfällen und atemberaubenden Landschaften. Hier lohnt es sich, nicht einfach hindurchzufahren, sondern bei den spektakulären Aussichtspunkten zu verweilen. Kleine Wanderungen oder ein Besuch des Glencoe Visitor Centre machen den Aufenthalt deutlich abwechslungsreicher.
Tag 10: Loch Lomond & The Trossachs
Nach den Highlands wird die Landschaft sanfter.
Am Loch Lomond erwarten Besucher kleine Orte, wie Luss, zahlreiche Bootsfahrten, Spaziergänge am See und wiederum zahlreiche Aussichtspunkte.
Wer gerne wandert, findet hier Touren für nahezu jedes Fitnessniveau.
Tag 11–12: Die Ostküste oder Fife entdecken
Viele Rundreisen führen von Loch Lomond direkt zurück nach Edinburgh. Wer jedoch etwas mehr Zeit hat, sollte einen kleinen Umweg über die Ostküste einplanen.
Besonders empfehlenswert sind das berühmte St Andrews sowie die Ecke „East Neuk of Fife“ mit den Ortschaften von Anstruther, Crail, Pittenweem und Elie. Die kleinen Fischerdörfer bieten einen schönen Kontrast zu den Highlands und gehören für viele zu den unterschätzten Höhepunkten Schottlands.
Tag 13: Zurück nach Edinburgh
Der letzte volle Tag eignet sich hervorragend, um letzte Souvenirs zu kaufen, gemütlich durch die Altstadt oder das Hafenviertel von Leith zu schlendern, ein Whisky-Tasting zu besuchen und den Urlaub entspannt ausklingen zu lassen.
Tag 14: Heimreise
Nach zwei Wochen geht es zurück nach Hause – meist mit deutlich mehr Fotos auf der Speicherkarte als ursprünglich geplant.
Wie viele Kilometer fährt man?
Je nach genauer Route entstehen ungefähr:
- 300–1.700 Kilometer
- durchschnittlich 2–4 Stunden Fahrzeit pro Tag
Wichtig ist dabei: In Schottland zählt nicht die Geschwindigkeit, sondern der Weg selbst. Viele der schönsten Erinnerungen entstehen unterwegs an Orten, die gar nicht im Reiseführer stehen.
Warum ist diese Route für Erstbesucher geeignet?
Sie verbindet nahezu alle Regionen, die Schottland so besonders machen: historische Städte und Burgen; Highlands; Lochs; verschiedene Küsten und Inseln, Nationalparks und kleine Fischerdörfer. Dabei bleibt aber auch genügend Zeit, die Reise zu genießen, anstatt jeden Tag nur Sehenswürdigkeiten abzuhaken.
Wer Schottland zum ersten Mal besucht, erhält so einen sehr guten Eindruck von der landschaftlichen Vielfalt des Landes – und entdeckt oft schon während der Reise Orte, zu denen man später noch einmal zurückkehren möchte.
Häufige Fragen:
Reichen 14 Tage für Schottland aus?
Ja. Zwei Wochen sind für Erstbesucher ein sehr guter Zeitraum. Sie ermöglichen eine abwechslungsreiche Rundreise, ohne dass täglich lange Fahrten notwendig sind.
Ist eine Mietwagen-Rundreise sinnvoll?
Außerhalb der großen Städte erreicht man viele der schönsten Landschaften nur mit dem Auto. Ein Mietwagen bietet die größte Flexibilität für spontane Stopps und kleinere Abstecher.
Wann ist die beste Reisezeit?
Mai, Juni sowie September gelten als besonders angenehm. Die Tage sind lang, viele Sehenswürdigkeiten haben geöffnet und außerhalb der Ferien ist es vielerorts etwas ruhiger. Auch der Oktober kann mit Herbstfarben und einer besonderen Stimmung überzeugen.
Sollte man jeden Tag das Hotel wechseln?
Nein. Zwei Übernachtungen an ausgewählten Orten – beispielsweise in Edinburgh, auf Skye oder in der Region Inverness und Fort William – machen die Reise deutlich entspannter.
Sind die Fahrzeiten wirklich so kurz, wie Google Maps angibt?
Nicht immer. Gerade Erstbesucher unterschätzen häufig, wie viel Zeit sie tatsächlich auf Schottlands Straßen verbringen. Während Navigationssysteme oft nur die reine Fahrzeit berechnen, sieht die Realität meist etwas anders aus.
Vor allem in den Highlands und auf der Isle of Skye führen viele Straßen über kurvenreiche Passagen oder sogenannte Single Track Roads. Hier müssen entgegenkommende Fahrzeuge an Ausweichbuchten vorbeigelassen werden. Hinzu kommen langsam fahrende Wohnmobile, Schafherden auf der Straße oder einfach die zahlreichen Aussichtspunkte, an denen man spontan anhält.
Somit dauert in den Highlands eine Strecke von 180 km oft 3 – 4 Stunden. Deshalb empfehlen wir, die Tagesetappen lieber etwas kürzer zu planen. So bleibt genügend Zeit, Schottland unterwegs zu genießen, statt nur möglichst schnell von A nach B zu fahren.
“Diese Fehler machen Erstbesucher häufig”:
Die meisten Fehler entstehen nicht durch mangelnde Planung, sondern weil Entfernungen und Reisezeiten falsch eingeschätzt werden. So werden zu viele Kilometer pro Tag plant, man bleibt nur eine Nacht auf Skye, das Glen Coe wird nur durchfahren, man lässt die Ostküste aus und sieht Edinburgh nur als An- und Abreiseort an.
Schottland lebt von seiner Landschaft. Oft sind es gerade die ungeplanten Momente – ein Wasserfall am Straßenrand, ein kleiner Hafen oder ein Aussichtspunkt ohne Namen –, die lange in Erinnerung bleiben. Weniger Programmpunkte bedeuten deshalb häufig mehr Reiseerlebnis.
Gibt es eine Alternative zur klassischen Route?:
Die Isle of Skye gehört zwar zu den bekanntesten Reisezielen Schottlands, sie ist in den Sommermonaten jedoch auch eine der meistbesuchten Regionen des Landes.
Wer es etwas ruhiger mag oder bereits auf Skye war, findet attraktive Alternativen.
Für Besucher, die keine Insel besuchen oder die begehrte North Coast 500 ignorieren möchten, sollten die Cairngorms intensiver erleben oder die Küstenlandschaften von Fife genießen. Auch der Südwesten mit Dumfries & Galloway bietet verschiedene Möglichkeiten und ein weiteres Highlight.
Kleine Geheimtipps entlang der Strecke:
Neben den bekannten Sehenswürdigkeiten gibt es viele kleinere Orte, die auf einer Rundreise oft für besondere Erinnerungen sorgen. Dazu gehören beispielsweise die Falls of Bruar oder Rogie Falls, das atemberaubende Glen Etive, die Gegend um Dunkeld oder Killin mit den Falls of Dochart und ein Ausflug nach Ardnamurchan.
Gerade diese kleineren Stopps machen den Unterschied zwischen einer Rundreise, bei der Sehenswürdigkeiten abgehakt werden, und einer Reise, bei der man das Land wirklich kennenlernt.
Fazit:
Wenn Sie Ihre Schottland-Rundreise individuell planen möchten, beraten wir Sie gerne persönlich. Gemeinsam finden wir die Route, die am besten zu Ihren Interessen, Ihrem Reisetempo und der gewünschten Reisezeit passt. So entsteht keine Rundreise von der Stange, sondern eine Reise, die genau zu Ihnen und Ihren Vorstellungen von Schottland passt.